Mittwoch, 12. Juni 2013

Weshalb Webvideos erfolgreicher sind, als Podcasts - ein paar Gedanken

Christoph Krachten hat in der Session "YouTube macht die Stars von heute" auf der re:publica 2013 folgendes zum Podcasting gesagt:

"...also ich vergleiche das immer, ich kuck mir im Vergleich die Podcast Szene dazu an und das tolle auf YouTube ist, wir haben hier neue kreative, tolle, bunte, spannende Inhalte, die sind, die werden ermöglicht dadurch, daß man damit Geld verdienen kann. Wenn ich nämlich auf die Podcast Startseite bei iTunes kucke und es tut mir leid, ich muß es so formulieren, die öffentlich-rechtlichen haben da den bunten Wald platt gemacht. Gebührenfinanzierte Inhalte, haben alles andere nahezu verdrängt und das geht nicht und dafür muß man Geld verdienen und ohne das ist es nicht möglich und das finde ich wahnsinnig wichtig und da hat Podcast, die Podcast Szene hat da nie ein Instrument zu gefunden und auf YouTube ist es möglich und es ist nur so möglich und es wäre sehr schade, wenn es das nicht gäbe....Applaus" (http://youtu.be/n54c2LcIp9Q?t=42m10s)

Seinen Standpunkt, daß YouTuber deshalb so erfolgreich sind, im Gegensatz zu Podcastern, weil man auf YouTube Geld verdienen kann hat er in einem Interview des Medienmagazins "Was mit Medien" in der Folge 306, anlässlich des Verleihung des Webvideopreises 2013 wiederholt:

"....ich finds dann da erfreulicher, als bei den Podcasts, wo es da keine Refinanzierungsmöglichkeit gab und da gibt es nur noch Öffentlich-Rechtliches Programm in den Charts, einfach reinkucken, da sind kaum unabhängige drin und das ist das tolle auf YouTube, da haben ganz viel unabhängige die Möglichkeit zu produzieren und das wird immer professioneller, erreicht immer mehr..." (http://snd.sc/113i9yP ab 53:08)

Ich werde hier erörtern, ob Christoph Krachten mit seiner Meinung richtig liegen könnte oder ob die Wahrheit vielleicht doch ein wenig anders liegen könnte. Für alle die Christoph Krachten nicht kennen, er ist die wohl bekannteste Person des YouTube-Netzwerkes Mediakraft, in dem einige der bekanntesten YouTuber vereinigt sind. Er produziert auf dem YouTube-Kanal Clixoom selbst Videos, wo er Interviews führt.

Nach Meinung von Christoph Krachten, hat YouTube und deren Stars, deshalb so viel Erfolg, weil die Erfolgreichsten YouTuber über YouTube Geld verdienen können. Ich weiß jetzt leider nicht genau, wie er auf diese Schlußfolgerung kommt, aber ich versuche einfach mal diese These nachzuvollziehen. Die Argumentation könnte folgender massen laufen: 
Um auf YouTube erfolgreich sein zu können, muß man sich sehr stark engagieren, das bedeutet einen hohen zeitlichen und auch materiellen Aufwand, den man nur dann betreiben kann und ein Format zum Erfolg führen kann, wenn man diese Zeit hat und nicht noch nebenher seine Zeit mit einem anderen Job teilen muß. Es muß also irgendwann möglich sein, von seinem Format und seinem Content, den man produziert, leben zu können. Hier bietet Google/YouTube die Möglichkeit des AdSense-Programmes, wobei man an den Werbeeinnahmen von Google beteiligt wird, wenn man es gestattet, Werbung vor oder unter seinen Videos laufen zu lassen. Je höher die Klickzahlen der Videos sind, was man nur erreichen kann, wenn man den Geschmack seiner Zuschauer trifft, desto höher sind auch die Einnahmen, die man mit YouTube erzielen kann. AdSense gibt es jetzt nicht nur für Videos, sondern auch für Blogs, aber der Unterschied zwischen beiden Formaten ist der, daß man bei AdSense Werbung auf einem Blog nur dann Werbeeinnahmen erziele, wenn auf eine Werbeanzeige geklickt wird, bei YouTube bekomme man schon Geld, wenn ein Werbevideo, das als Vorspann vor meinen Video läuft, nicht nach 10 Sekunden weggeklickt wird, sondern ganz angeschaut wird. Ich vermute mal, daß es sicher viele Zuseher gibt, die die Pre-Roll Werbung bei einem Video wegklicken, aber wahrscheinlich sind auch ganz viele dabei, die dieses Werbevideo einfach laufen lassen. Alleine, dadurch das man hier nicht aktiv auf eine Werbeanzeige klicken muß um an den Werbeeinnahmen partizipieren zu können, besteht hier ein eklatantes Ungleichgewicht, in den Aufrufzahlen einer Seite und den Werbeeinnahmen, die man als Blogger bzw. als YouTuber erzielen kann. Ich glaube, daß es allein durch dieses Konstruk, als YouTube-Partner, sehr viel leichter ist, Geld zu verdienen. Dadurch ist meiner Meinung nach auch der Anreiz sehr viel größer, mit YouTube Geld verdienen zu wollen. 

Viele YouTuber fangen mit Videos an, weil es ihnen Spaß macht. Weil sie über ein Thema etwas zu sagen haben und weil es ihnen Freude bereitet Videos zu produzieren. Mit der Zeit merken sie dann, daß man mit dem was sie da machen eine ganze Menge Leute erreichen können, sie merken aber auch, daß sie an eine Grenze kommen, an der sie sich entscheiden müssen, ob sie ihre Aktivitäten professionallisieren sollen oder alles auf Hobby-Niveu weiter laufen lassen sollen. Beides ist meiner Meinung nach legitim. Entscheidet man sich allerdings dazu, sich mehr auf YouTube zu konzentrieren, dann muß diese Aktivität auch derart sein, daß man davon auch leben kann, denn über kurz oder lang kommt es zu einem Konflikt, zwischen dem jetzigen Job (falls man einen hat) und den Aktivitäten, um mit YouTube erfolgreich sein zu können.

Wenn ich also dieser Argumentation folge, dann hat wahrscheinlich Christoph Krachten mit seiner Aussage recht. Denn man kann es schaffen, mit YouTube Geld zu verdienen und zwar in einer Höhe, daß man  davon auch leben kann. Wie sieht jetzt die Situation beim Podcasten aus? Nun, prinzipiell sieht sie nicht anders aus, man muß auch hier, um ein beachtetes Format auf die Beine stellen zu können, sich professionallisieren und einiges an Zeit und Material aufwenden. Der Konflikt zwischen dem bestehenden Job (ich gehe einfach mal davon aus, daß man einen Job hat) und der Podcastproduktion ist ähnlich, wie bei YouTube, allerdings hat man nicht die Möglichkeit, auf so einfache Art und Weise, wie das Google AdSense bei YouTube bietet, Geld mit seinen Produktionen verdienen zu können. Viele Podcaster haben Flattr auf ihren Webseiten eingerichtet (jedenfalls in Deutschland) und anscheinend, ich kenne hier keine Zahlen, gibt es auch einige Podcaster, die recht ordentliche Flattr-Einnahmen haben, darunter unter anderem Holger Klein, mit seinem Podcast WRINT. So wie ich ihn in seinen Podcasts verstehe, würden aber diese Flattr-Einnahmen, noch nicht ausreichen, daß er ohne stärkere Einschnitte davon leben könnte. Ich finde Flattr wirklich klasse, eben weil es eine völlig freiwillige Sache ist. Aber gerade beim Podcasten, wo man die Folgen auf einem Gerät hört, das normalerweise nicht mit Flattr verbunden ist. Muß man nachdem man eine Folge gehört hat, daran denken, wenn man wieder an einem Rechner sitzt, daß man den Produzenten des Podcasts flattrn möchte. Ich vermute mal, daß es vielen so geht wie mir, ich vergesse das sehr oft, auch wenn ich die gehörte Folge für gut befinde und die Podcaster_in gerne unterstützen würde. 

Es gibt also festzuhalten, mit Podcasts seinen Lebensunterhalt zu verdienen ist etwas komplizierter und nicht so einfach als dies mit YouTube Videos und Google AdSense möglich ist.

Wenn ich dieser Argumentation folge, hat wahrscheinlich Christoph Krachten mit seiner These recht, aber ich sehe noch einige Punkte, die den Erfolg von YouTube mit verusachen. Man sieht es alleine schon am Namen. Ich habe hier bisher  nur von YouTube und nicht von Webvideos gesprochen. YouTube ist hier synonym zu Webvideos geworden, obwohl es noch andere Videoplattformen gibt, hat YouTube eine absolut marktbeherrschende Stellung, was diesen Bereich angeht. Niemand redet von DailyMotion oder MyVideo oder Vimeo, die es ja auch noch gibt. Hier muß also YouTube einen Attraktivität besitzen, die einmalig ist. Meiner Meinung nach, ist der wichtigste Punkt, daß YouTube die größte Videoplattform ist, die weltweit existiert für den Erfolg von YouTube-Videos mit verantwortlich. Aber wieso ist YouTube so erfolgreich geworden? Nun, ich kann hier nur Vermutungen anstellen, aber eine der Gründe, die ich sehe, ist einmal, daß es sich bei YouTube eben nicht nur um eine Hosting-Plattform für Videos handelt, sondern eben auch um ein soziales Netzwerk, in dem die User, sich austauschen und zwar über und vornehmlich mit Videos. Zumindest war es früher so. Inzwischen hat YouTube einiges von dem, was früher die soziale Interaktion möglich gemacht hat, ziemlich stark beschnitten und Google versucht hier wahrscheinlich, über kurz oder lang YouTube in Google+ zu integrieren. Wie es hier in Sachen sozialer Vernetzung innerhalb von YouTube weiter gehen wird, weiß ich nicht, aber ich vermute mal, daß YouTube auch eine Größe und marktbeherrschende Stellung erreicht hat, daß man als Videoproduzent und als Videokonsument an YouTube gar nicht vorbei kommen kann. YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine, das ist auch eine Umstand, den man bei der Betrachtung berücksichtigen muß.

Wenn ich mir jetzt also die Situation beim Podcasting anschaue, dann merkt man schon bei der Benennung, daß es kein Portal für Podcasts gibt, das eine ähnliche Stellung wie YouTube bei Webvideos hätte. Es gibt einige Podcasthoster, die aber wiederum keine soziale Vernetzung anbieten, mit Ausnahmen, wie Audioboo.fm, Shoutio, Spreaker und Soundcloud, die aber von der Größe her nicht ins Gewicht fallen. Podcasts werden zu einem großen Teil von den Produzenten selbst auf Servern gehostet oder bei entsprechenden Anbietern abgelegt. Es gibt kein zentrales Portal, das hier eine ähnliche Funktion hätte, wie dies YouTube bei Webvideos hat. Die einzige mir bekannte Seite, die einen entsprechenden Ansatz zeigt ist Soundcloud. Leider haben alle diese Hoster und Anbieter einen ganz großen Nachteil, sie verlangen alle Geld, um auf ihnen den eigenen Podcast hosten zu können. Weiterhin muß man sich teilweise mit WordPress, RSS-Feeds und Blogging auskennen, um seinen Podcast auch mit Erfolg verbreiten zu können. All dies ist bei YouTube nicht notwendig und der Speicherplatz kostet mich kein Geld. YouTube bietet ein Rundumsorglos Paket an, daß ich so beim Podcasting nicht sehe. Die Einstiegshürden sind für das Podcasting einiges höher, um es einfach mal auszuprobieren zu können. Bei YouTube, reicht eine einfache Registrierung und ich habe einen Kanal. Ich setze mich mit vor die Webcam meines Rechners und ich kann das erste Video schon produzieren. Das ist als Einstieg sehr einfach und deshalb glaube ich, gibt es so viele Leute, die es mit YouTube einmal versuche, ihren Gefallen daran finden und sich dann langsam professionalisieren. Wie gesagt, die einzige Plattform, die ich sehe, die hier in etwa das bieten könnte, was YouTube für Webvideos bietet, ist Soundcloud und vielleicht noch Audioboo, aber beide haben auch ihre Beschränkungen, die letztendlich den Erfolg in der Podcastszene verhindern. Würden diese Beschränkungen wegfallen und könnte man hier auch noch auf irgendeiner Weise Geld verdienen, könnte es möglich sein, daß Podcasts vielleicht einmal ähnlich erfolgreich werden könnten, wie Webvideos bei YouTube, denn es gibt auch hier genügend spannende und interessante Formate, die sicher ihre Zuhörer finden würden.

Mein Fazit, weshalb Webvideos so erfolgreich sind im Gegensatz zu Podcasts, sind folgende Punkte:
  • Man kann mit Webvideos bei YouTube Geld verdienen.
  • Es gibt Portale, für Webvideos, das einen leichten und niederschwelligen Einstieg in die Videoproduktion gestatten.
Was sind eurer Meinung nach die Punkte, weshalb Podcasts nicht so erfolgreich sind? Bitte schreibt mir eure Meinung als Kommentar unter diesem Blogpost.

Montag, 10. Juni 2013

Podcast MW #129: Frei Schnauze Podcast, eine Empfehlung

Zusammen mit Jeanette aus Stuttgart produzieren wir seit neuestem einen Podcast, in dem wir über alles reden, was uns am Herzen liegt. Der Podcast ist über die URL www.freischnauze-podcast.de zu erreichen. Wir haben schon zwei Folgen produziert und ich lege euch ans Herz den Podcast zu abonnieren und ihn euch anzuhören. In der dieser Folge meines Podcastes spreche ich über unser Projekt und berichte, wie wir dazu gekommen sind, den Podcast zu produzieren und worüber wir alles reden.


Abonniere meinen Podcast und verpasse keine Folge, entweder über iTunes oder als RSS-Feed.

Sonntag, 9. Juni 2013

Der Transgender-Euregio-Treff im Juni 2013

Eigentlich gibt es zum gestrigen Transgender-Euregio-Treff nicht viel zu sagen, denn es war der Treff mit der schwächsten Beteiligung, seit Bestehen des Treffs vor beinahe 3 Jahren. Ich kann verstehen, daß viele der Teilnehmerinnen, die früher regelmässig gekommen sind, jetzt nicht mehr kommen, denn viele von Ihnen haben ihre Transition hinter sich und möchten sich nicht mehr mit anderen transidenten Menschen treffen. Jedenfalls ist dies mein Eindruck. Ich hatte wie immer einen Tisch reserviert und weil das Wetter so gut war, hatten wir auch einen Tisch im Biergarten mit Blick auf den Bodensee. Die Temperatur war klasse, der Biergarten war sehr gut besucht und wenn ich keinen Tisch reserviert hätte, dann hätten wir keinen Platz mehr im Biergarten bekommen. Ich saß glaube ich über eine Stunde alleine an dem Tisch. Ich hatte jetzt kein komisches Gefühl dabei, aber ich kam mir doch etwas seltsam vor, so ganz alleine an einem Tisch zu sitzen, wo rings um mich herum, Leute nach einem Platz suchten. Zum Glück kam dann doch noch Farah, so daß ich nicht mehr ganz alleine war. Kurz nachdem Farah gekommen war, kam noch eine weitere Person, die ich vor zwei Monaten in der Selbsthilfegruppe in Ravensburg kennengelernt habe. Der Abend entwickelte sich dann doch noch, trotz der schwachen Beteiligung zu einem sehr angenehmen und unterhaltsamen Abend. Unterhaltsam im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir haben uns sehr angeregt über viele unterschiedliche Themen unterhalten und so kam es, daß die Zeit wie im Fluge verging und wir gegen halb ein Uhr bezahlten und ich mich wieder auf dem Heimweg machte.

Ich hoffe, daß der nächste Transgender-Euregio-Treff besser besucht sein wird, als der gestrige. Nächsten Monat, wird der TET nicht wie üblich am 2. Samstag im Monat stattfinden, sondern schon am 1. Samstag des Monats ,nämlich am 6. Juli, da an dem sonst üblichen Termin dem 13. Juli in Konstanz der CSD stattfinden wird und ich möchte jeder, die Chance geben, daß sie auch dort hin gehen kann.

Deshalb bitte beachten, der nächste Transgender-Euregio-Treff findet schon am 6. Juli 2013 ab 19.00 Uhr im Wirtshaus am Gehrenberg in Markdorf statt. Am gewohnten Termin dem 13. Juli ist CSD in Konstanz! 
Bitte melde dich rechtzeitig bei mir an, unter meiner Email-Adresse lkosn@yahoo.de, damit ich genügend Plätze reservieren kann. 

Donnerstag, 30. Mai 2013

Treffen im Sozialministerium Baden-Württembergs zum Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung

In Baden-Württemberg gibt es das Netzwerk LSBTTIQ. Der Name steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Tansgender, Intersexuelle und Queer. Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat vor einen Aktionsplan für Toleranz und Geleichstellung zu erarbeiten und durchzuführen. In diesem Rahmen, ist dieses Netzwerk der Ansprechpartner der Landesregierung. Das Netzwerk wird durch einen Sprechendenrat nach aussen vertreten und besteht zur Zeit aus vier Personen. Da es sich in Vorbereitung dieses Aktionsplanes gezeigt hatte, daß die Situation von Transsexuellen, Transgendern und Intersexuellen (TTI) eine ganz besondere Situation ist, wurde gestern am Mittwoch im Sozialministerium von Baden-Württemberg ein Gespräch mit Vertretern aus diesem Bereich durchgeführt. Zu diesem Gespräch waren Vertreterinnen von 


anwesend, sowie zwei Vertreterinnen des Sprechendenrates des Netzwerkes LSBTTIQ.

Ihr merkt schon, die Vertreterin des TETs war ich und habe somit auch bei diesem Gespräch mitgewirkt. Das Gespräch wurde durch das Sozialministeriums initiiert. Ziel des Treffens war es, das ungefähr zwei Stunden ging, das sich die Beteiligten des Sozialministeriums ein Bild der speziellen Situation transidenter Menschen und Transgendern machen zu können um deren Anliegen im Rahmen des Aktionsplanes besser berücksichtigen zu können.  Ziel dieses Treffens im Ministerium war es jetzt nicht, bereits konkrete Schritte zu formulieren, dieses soll erst im Rahmen des Aktionsplanes für Toleranz und Gleichstellung erarbeitet werden. 

Der Aktionsplan sieht vier Phasen vor, diese wären

  1. Analyse
  2. Beteiligung
  3. Strategie Entwicklung
  4. Veröffentlichung
Im Rahmen der Beteiligungsphase sind vier Workshops vorgesehen, die in den verschiedenen Landesteilen Baden-Württembergs durchgeführt werden sollen. In diesen Workshops sollen sich zum einen die Betroffenen, also alle die sich zu einer der Gruppe des LSBTTIQ-Netzwerkes zugehörig fühlen, zu Wort kommen und ihre Probleme darlegen. Zum anderen sollen aber auch Vertreter der örtlichen Verwaltung und alle anderen Personen, die sich für das Thema interessieren und mitwirken wollen, sich hier einbringen und Vorschläge vorbringen können, wie eine Gleichstellung und verbesserung der Akzeptanz erreicht werden kann. Diese Beteiligung soll auf einer möglichst breiten Basis gestellt werden, zumindest habe ich das so verstanden, denn diese Workshops sollen durch die Presse begleitet werden, um so schon in dieser Phase eine möglichst große Öffentlichkeitswirkung erzielen zu können. Wie gesagt, diese Beteiligungsworkshops sollen eben nicht im stillen Kämmerlein stattfinden, sondern öffentlich und wenn möglich mit einer besonders breiten Beteiligung durch die Öffentlichkeit. In diesen Workshops sollen dann Empfehlungen und Maßnahmen für die Politik erarbeitet werden, die dazu beitragen sollen, daß Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle und queere Personen in der Gesellschaft weniger Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren.


Das Gespräch im Sozialministerium war, wie schon erwähnt, angesetzt, damit die Damen und Herren des Sozialministeriums, die hier Federführend sind, sich ein besseres Bild über die besondere Situation von transsexuellen Menschen machen konnten. Das Gespräch verlief in einer sehr offenen und freundlichen Atmosphäre. Gleich während der kurzen Vorstellungsrunde wurde ersichtlich, daß es innerhalb der Gemeinschaft der Transsexuellen unterschiedliche Auffassungen über die Begrifflichkeiten gibt, manche Anwesenden bevorzugen das Wort Transident und andere lehnen diesen Begriff völlig ab. Ich gehöre zu denen, die das Wort Transident bevorzuge und ich habe mit dem Wort Transsexualität so meine Probleme. Im laufe des Gesprächs wurde darauf hingewiesen, welche rechtlichen und medizinischen Probleme manche transidente Personen auf ihrem Weg haben und ich glaube, die Vertreterinnen der verschiednen transgeschlechtlichen Gruppen, konnten die besondere Problematik mit denen sie in ihrem Leben konfrontiert sind, recht gut darlegen und Verständnis für unsere Situation erzeugen. 

Der nächste Entscheidende Schritt im Rahmen dieses Aktionsplanes ist jetzt, daß sich möglichst viele Personen bei den Workshops beteiligen. Gerade damit das Anliegen von Transsexuellen, Transgender und Intersexuellen möglichst gut berücksichtig werden kann, sollten gerade hier, möglichst viele Betroffene mitwirken und zu den Workshops gehen. Die Workshops sind ab Herbst 2013 in Mannheim, Freiburg, Stuttgart und Ulm vorgesehen, so die bisherige Planung. 

Ich habe vor, daß ich bei diesen Workshops so gut ich kann mitmachen werde, wobei ich noch nicht weiß, ob ich zu dem Workshop nach Mannheim fahren werde, denn Mannheim ist vom Bodensee doch ziemlich weit entfernt. Ich glaube, daß dieser Aktionsplan eine gute Möglichkeit bietet, hier etwas für die Akzeptanz transgeschlechtlicher Personen zu tun und ich hoffe natürlich, daß dieses Ziel erreicht werden kann und die Menschen, die bis jetzt noch nie in Kontakt mit einer transidenten/transsexuellen Person gekommen sind, merken, daß wir ganz normale Menschen sind, vor denen man keine Angst zu haben braucht.

Montag, 27. Mai 2013

Schmerzende Ferse

Ich habe schon seit einigen Monaten Probleme beim Gehen. Ich hatte das erste Mal Scherzen in meiner Ferse, als ich im Februar zusammen mit meiner Bekannten Farah in Stuttgart war (Kurztrip nach Stuttgart). Damals tat mir die Ferse, nach der langen Autofahrt whh, denn es ist genau der Fuß, mit dem ich Gas gebe. Durch die Stellung, die der Fuß beim Gas geben einnimmt, wird die Ferse belastet. Ich habe mir damals nichts dabei gedacht und bin davon ausgegangen, daß das schon wieder weg gehen wird. Das mir die Ferse nach einer längeren Autofahrt weh tut, habe ich schon öfters gehabt, aber noch nie so, wie dieses Mal. Die Schmerzen blieben und seit dem habe ich mal mehr, mal weniger, immer wieder Probleme damit beim Gehen, stehen und auch wenn ich Nachts im Bett liege. Jedesmal, wenn ich meine Ferse belaste quittiert sie mir das mit einem unangenehmen Gefühl. 

Es sind jetzt keine großen Schmerzen, nein der Schmerz ist eigentlich recht gering, aber gerade beim Gehen behindert es mich doch sehr und ich komme mir manchmal vor, wie eine alte Frau und ich bewege mich dann auch so. Ich humple und versuche den Schmerz zu vermeiden. Wie gesagt, der Schmerz ist nicht immer gleich stark. Manchmal kann ich ohne Probleme länger Strecken gehen, wenn ich dann aber eine Pause mache und versuche weiter zu gehen, dann ist er Schmerz sehr viel stärker, als vor der Pause. Inzwischen tut mir die Ferse auch ab und zu mal weh, wenn ich einfach nur den Fuß nach unten baumeln lasse.

Röntgenbild meiner Ferse
Diese ganzen Sachen, haben mich dann doch dazu bewegt, einen Termin bei einem Facharzt auszumachen und dort war ich dann auch heute. Ich war bei einem Orthopäden, bei dem ich schon einmal vor einigen Jahren war. Der Arzt hat von meinem Fuß eine Röntgenaufnehme machen lassen und wie man auf der Aufnahme sehen kann, zeichnet sich ein sehr heller Rand des Fußknochens meiner Ferse ab. Er erklärte mir, daß das so nicht in Ordnung sei. Der helle Rand sollte viel dünner und nur ganz schmal sein und nicht so ausgeprägt wie hier. Das sei auch der Grund und ein ganz kleiner Fersensporn, den ich wohl auch habe, die die Schmerzen verursachen. Ich habe mir den Fachbegriff, den er genannt hat nicht gemerkt und auch nicht richtig verstanden, aber er hat irgend was von Negrose gesagt, was mich dann doch etwas beunruhigt, denn Negrose bedeutet, soweit ich das weiß, daß es sich um abgestorbenes Gewebe handelt. 

Der Arzt hat mir Gelpolster für die Schuhe verschrieben und eine Packung Iboprofen, wovon ich die nächsten Tage morgens und abends eine Tablette nehmen soll. Praktischerweise ist gleich im Erdgeschoß des Hauses, in dem der Orthopäde seine Praxis hat ein Medizinhaus und im Nebenhaus eine Apotheke, so daß ich mir gleich beide verschriebenen Sachen noch holen konnte, denn es war gerade 18.00 Uhr, als ich die Praxis verlies. 

Ich hoffe, die Gelpads helfen mir die nächsten Wochen, die Ferse zu entlasten und die Schmerzmittel, mir die Schmerzen zu nehmen und hoffentlich ist bis zum Kontrolltermin, den ich in ca. 3 Wochen habe, meine Ferse wieder in Ordnung. 

Freitag, 24. Mai 2013

Ich bin jetzt auch bei app.net

Gestern Abend habe ich zusammen mit Jeanette aus Stuttgart einen Podcast aufgenommen und während wir uns so über Skype unterhalten haben, haben wir auch über app.net geredet. Ich habe dabei großartig erzählt, was mich noch abschreckt, um einen Account bei app.net anzulegen. Mein Hauptargument war, daß dort wohl nur diejenigen zu finden sind, die auch schon ganz früh schon bei twitter, Google+ & Co. anzutreffen waren und es sich wohl eher um die Hardcore Nerds handeln würde. Ich weiß, daß das so nicht stimmt, aber meine Bedenken waren halt und sind es eigentlich immer noch, daß mir auf app.net zu viel Technikfreaks unterwegs sind und dementsprechend auch der Inhalt sein könnte bzw. die Inhalte die ich dort antreffen werde nicht mit meinen Interessen korrespondieren. Letztendlich habe ich mich dann aber doch gestern Abend kurz dazu entschlossen, doch einen Account auf app.net anzulegen, weil nur davon reden, was mir nicht gefällt ohne es ausprobiert zu haben, ist ja irgendwie nicht in Ordnung.

Ich bin also jetzt unter @michaela_w auf app.net vertreten und hoffe dort viele interessante und nette Menschen zu treffen. Das schöne an app.net ist ja doch, daß die Plattform komplett frei von Werbung ist und dafür bin ich dann auch gerne bereit, den Preis zu zahlen, was app.net im Jahr kostet. Ich bin also mal gespannt, wen ich dort alles kennen lernen werde und wen ich von den anderen Social Media Plattformen wieder treffen werde.

Montag, 13. Mai 2013

Logopädie Vorgespräch

Als ich letztens beim HNO-Arzt war, hat er mir eine Logopädie verschrieben. Der Arzt hat mir auch gesagt, wen er als Therapeutin hier in der Gegend als die beste Therapeutin ansieht und ich habe natürlich dort nach einem Termin nachgefragt. Leider hat diese Therapeutin einen sehr vollen Terminkalender, so daß es jetzt fast zwei Monate gedauert hat, bis ich einen Termin für ein Vorgespräch bekommen habe.  Ich bin also heute das erste Mal dort hin gegangen und war sehr gespannt, ob sie mir helfen kann, meine Sprechweise zu verbessern. Klar, ich möchte gerne, daß meine Stimme weiblicher klingt, ich mich dabei aber nicht überanstrenge. Ich merke nämlich, daß so wie ich jetzt rede, ich oft das Gefühl habe, daß mich das anstrengt. 

Die Therapeutin hat mir erklärt, daß es sehr wichtig sei, um entspannt reden zu können, im Körper entspannt zu sein, weshalb es auch eine gute Vorbereitung für die kommenden Therapiesitzungen sein würde, wenn ich z.B. Yoga oder Autogenes Training machen würde. Während des Gesprächs haben wir auch eine ganz einfache Stimmübung gemacht und ich habe gemerkt, daß ich mit weniger Druck sprechen sollte und mit weniger Lautstärke. Dies würde ein entspannteres Sprechen ermöglichen, erklärte mir die Therapeutin, daß dabei meine Stimme eventuell etwas tiefer klingen wird empfinde ich jetzt nicht als ein so großes Problem, denn durch das angestrengte Sprechen, habe ich schon vor ca. 8 Jahren einmal einen Stimmlippenpolypen bekommen, der dann auch operativ entfernt wurde.

Für mich kommt eine Operation an den Stimmlippen nicht in Frage, um dadurch eine höhere Stimme zu bekommen. Ich finde, daß nicht nur die Höhe der Stimme beim Gegenüber entscheidet, ob die Stimme männlich oder weiblich eingestuft wird, sondern auch die Art und Weise, wie man spricht und wie man sich ausdrückt. Deshalb versuche ich jetzt erst mal die Logopädie, damit ich lerne, auf eine entspannte Art zu Sprechen und dadurch vielleicht auch zu einer helleren Stimme komme, was wohl nicht gleichbedeutend ist, mit einer höheren Stimme sprechen. 

Der richtige Beginn der Logopädie wird jetzt allerdings noch etwas auf sich warten, denn die Therapeutin hat mich gleich darauf hingewiesen, daß ich wahrscheinlich erst in einem halben Jahr dran kommen kann. Da ich es nicht so eilig habe, kann ich warten, denn die Therapeutin macht auf mich einen sehr sympathischen und vertrauensvollen Eindruck und ich möchte natürlich zu einer Therapeutin gehen, die mir auch weiter helfen kann.